Zum Hauptinhalt springen
Möglicher AufbauGesundheitswesen

Arztbrief-Automatisierung

Möglicher Aufbau für automatisierte Entlassbriefe: KIS-Anbindung, KI-Entwurf, ärztliche Freigabe, KIM-Versand. Demo, nicht zertifiziert.

Branche
Gesundheitswesen
Aufbau, geschätzt
10–12 Wochen

Auf einen Blick

Es beginnt mit
Entlassung ausgelöst
Die Maschine übernimmt
13 von 15 Schritten
Beim Menschen bleibt
Arzt-Review · QES-Signatur
Unterm Strich
-89%Zeitersparnis

Das Problem

Mal ehrlich: Arztbriefe diktieren mag niemand. Sie hatten einen vollen Tag mit Patienten, am Abend liegt der Stapel noch ungelesen auf dem Schreibtisch, und der MDK fragt schon nach.

Im Schnitt zwanzig Minuten pro Brief. Eine Klinik mit dreißig Entlassungen am Tag heißt: zehn Stunden Diktierzeit täglich, verteilt auf Ärzte, die eigentlich Patienten sehen sollten.

Der unangenehme Teil: Briefe gehen mit zwei Wochen Verzug raus, niedergelassene Kollegen rufen an, der Patient wartet auf seine Reha — alles, weil zwischen Diktat und Versand keine Pipeline läuft.

Hier ist die Pipeline.

Entlassbriefe sind kritisch für die Versorgungskontinuität, aber der manuelle Prozess ist extrem zeitaufwändig: 30–45 Minuten pro Brief, Copy-Paste zwischen 5–7 Systemen (KIS, LIS, RIS, Apotheke, OP-Doku). Bei 100+ Entlassungen täglich bedeutet das 50–75 Arztstunden pro Tag. Ein erheblicher Anteil der Briefe verpasst die übliche 24-Stunden-Frist für den Versand an den Hausarzt. Qualitätsprobleme durch fehlende Informationen und inkonsistente Formulierungen gefährden die Patientensicherheit.

Eine Mitarbeiterin am Empfang einer Arztpraxis telefoniert mit Headset und blickt auf den Bildschirm.

Szene nachgestellt

Dienstag, 17:30

Die Sprechstunde ist vorbei, die Arztbriefe nicht.

Diagnosen, Medikation und Befunde liegen in verschiedenen Systemen. Den Entwurf kann der Ablauf zusammenstellen; prüfen und unterschreiben bleibt ärztliche Aufgabe.

Der Ablauf, Schritt für Schritt

Scrollen Sie durch. Das Diagramm bleibt stehen und markiert den Schritt, bei dem Sie gerade sind.

Der Ablauf01 / 15
  1. 01

    Entlassung ausgelöst

    KIS-Trigger

    Eine Entlassung wird im KIS dokumentiert und löst automatisch den Brieferstellungsprozess aus.

  2. 02

    Datensammlung

    FHIR/HL7

    Das System sammelt alle relevanten Patientendaten aus dem KIS via FHIR R4 und HL7 v2 Schnittstellen.

  3. 03

    Parallel

    Die Datensammlung wird in parallele Pfade aufgeteilt für optimale Verarbeitungsgeschwindigkeit.

  4. 04

    Diagnosen

    ICD-10-GM

    Diagnosen werden mit ICD-10-GM Codes aus dem System extrahiert und für den Brief aufbereitet.

  5. 05

    Medikation

    ATC-Codes

    Medikationsdaten mit ATC-Codes werden aus Hausmedikation und stationären Verordnungen zusammengestellt.

  6. 06

    Zusammenführung

    Alle parallel gesammelten Daten werden zu einem vollständigen Datensatz zusammengeführt.

  7. 07

    KI-Strukturierung

    LLM (lokal o. EU-Cloud)

    Die KI strukturiert alle Daten nach abteilungsspezifischen Templates und generiert medizinisch korrekte Formulierungen.

  8. 08

    Entwurf generiert

    Template-basiert

    Ein vollständiger Briefentwurf wird generiert, inklusive aller relevanten Abschnitte und Empfehlungen.

  9. 09Mensch entscheidet

    Arzt-Review

    2-3 Min

    Der zuständige Arzt prüft den Entwurf und nimmt bei Bedarf Anpassungen vor – typischerweise in 2-3 Minuten.

  10. 10Verzweigung

    Freigegeben?

    Gateway: Wurde der Brief vom Arzt freigegeben oder sind Korrekturen erforderlich?

  11. 11

    Korrekturen

    Anpassungen

    Bei Änderungswünschen werden Korrekturen eingepflegt und der Brief erneut zur Prüfung vorgelegt.

  12. 12Mensch entscheidet

    QES-Signatur

    D-Trust

    Der freigegebene Brief wird mit einer qualifizierten elektronischen Signatur (QES) via D-Trust rechtsgültig signiert.

  13. 13

    KIM-Versand

    An Hausarzt

    Der signierte Brief wird automatisch via KIM (gematik) E2E-verschlüsselt an den Hausarzt versandt.

  14. 14

    Archivierung

    Patientenakte

    Der Brief wird in der elektronischen Patientenakte archiviert und für zukünftige Referenz gespeichert.

  15. 15

    Abgeschlossen

    Brief zugestellt

    Der Prozess ist abgeschlossen. Der Hausarzt hat den signierten Brief erhalten, die Zustellung ist nachgewiesen.

Was sich ändert

Möglicher Aufbau, kein fertiges Produkt

Die Zahlen sind modellierte Zielwerte für einen möglichen Aufbau, abgeleitet aus Branchenwerten und eigenen Tests. Sie stammen nicht aus einem Kundenprojekt, echte Werte hängen von Ihrem Betrieb ab. Wir verkaufen diesen Aufbau nicht als fertiges Produkt: Wir messen, wo Ihr Engpass liegt, und bauen dann mit Ihrem Team. Für zertifizierungspflichtige Systeme (etwa KIS, gematik, DATEV-zertifiziert) arbeiten wir mit spezialisierten Partnern.

Vorher vs. Nachher

AspektVorherNachher
Zeit pro BriefVorher: 30–45 MinutenNachher: ca. 5 Minuten (mit ärztlicher Freigabe)
DatenquellenVorher: Manuelles Copy-Paste aus 5–7 SystemenNachher: Automatische Aggregation via FHIR/HL7
24h-Frist-QuoteVorher: Häufig unter 70 %Nachher: Ziel ≥ 95 %
SignaturVorher: Handschriftlich oder ohne qualifizierte SignaturNachher: QES (rechtsgültig nach eIDAS)
Versand an HausarztVorher: Fax, Post oder unverschlüsselte E-MailNachher: KIM (E2E-verschlüsselt, mit Zustellnachweis)

Technik

Technologie-Stack

n8nFHIR R4HL7 v2SAP IS-H APIClaude/GPT-4D-Trust QESKIM (gematik)PostgreSQL

Integrationen

Systeme, an die dieser Aufbau anschließen kann

SAP IS-HKIS
Vollständige Integration über SAP-Schnittstellen für Patientendaten, Diagnosen und Medikation
Orbis (Dedalus)KIS
Native FHIR R4 Anbindung für Echtzeit-Datenabruf
D-TrustSignatur
Qualifizierte elektronische Signatur für rechtsgültige Dokumente
KIM (gematik)Kommunikation
Sicherer Versand über die Telematikinfrastruktur an Hausärzte

Sicherheit & Compliance

Worauf der Aufbau achtet

DSGVO-konform
Vollständige Compliance mit EU-Datenschutzgrundverordnung. Datenverarbeitung in Deutschland.
ISO 27001 Rechenzentren
Datenverarbeitung in ISO 27001-zertifizierten Rechenzentren.
KIM-Verschlüsselung
Ende-zu-Ende-Verschlüsselung über die Telematikinfrastruktur der gematik.
On-Premise Option
Wahlweise Betrieb in Ihrer eigenen Infrastruktur ohne externe Datenübertragung.

Häufige Fragen

Wir unterstützen alle gängigen deutschen KIS: SAP IS-H, Orbis (Dedalus), iMedOne (Telekom Healthcare), Medico (CompuGroup) und weitere. Die Anbindung erfolgt über standardisierte FHIR R4 und HL7 v2 Schnittstellen.
Ja. Die KI erstellt einen Entwurf, der vom verantwortlichen Arzt geprüft und freigegeben wird. Die rechtsgültige QES-Signatur (D-Trust) entspricht eIDAS-Standards. Der Arzt bleibt verantwortlich für den Inhalt.
Das hängt stark von Ihrer IT-Landschaft ab, vor allem von der KIS-Anbindung. Zum Aufbau gehören KIS-Anbindung, Template-Konfiguration, Testphase und Schulung. Eine belastbare Laufzeit lässt sich erst nennen, wenn klar ist, welche Schnittstellen Ihr KIS bereitstellt.
Wir empfehlen zwei Betriebsmodelle: (1) On-Prem mit lokal gehosteten Open-Source-Modellen (z. B. Llama, Mistral) – Patientendaten verlassen Ihre Infrastruktur nicht. (2) Cloud-LLM (Claude, GPT) über AVV-fähige EU-Endpoints, mit Pseudonymisierung vor der Übertragung. Welche Variante geeignet ist, klären wir gemeinsam mit Ihrem Datenschutzbeauftragten und auf Basis einer DSFA.
Die Lösung ist als entscheidungsunterstützendes System konzipiert – die ärztliche Freigabe jedes Briefes ist verpflichtend. Damit trifft die KI keine eigenständige medizinische Entscheidung. Eine konkrete Einordnung unter EU AI Act (insbesondere Transparenz- und Hochrisiko-Anforderungen) und ggf. MDR erfolgt im Rahmen der Pilotierung gemeinsam mit Ihrer Compliance-Abteilung.
Diese Seite beschreibt einen möglichen Aufbau, kein abgeschlossenes Kundenprojekt. Die genannten Zahlen sind Zielwerte und Erwartungswerte aus Branchen-Benchmarks und vergleichbaren Setups – keine gemessenen Ergebnisse eines konkreten Hauses.
Nein. Ich baue keinen fertigen Connector zwischen Ihrer Software und Orbis/SAP IS-H/iMedOne, den ich dauerhaft betreibe und supporte. Was ich liefere: Beratung zur Architektur und Unterstützung bei der Umsetzung mit n8n, damit Sie (oder ein spezialisierter HL7-/KIS-Dienstleister) sauber bauen können. Für regulierte Schnittstellen mit Dedalus-Connector-Lizenz, gematik-Zertifizierung oder MDR-relevanten Anteilen empfehle ich spezialisierte Partner (z. B. ID Berlin, ICW, Health-Comm, NEXUS).