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Möglicher AufbauFinanzen & Rechnungen

Rechnungsverarbeitung automatisieren: End-to-End

Eingangsrechnungen vom Posteingang bis zur GoBD-Archivierung: vier Einfallstore, ein Datenmodell, Buchung in DATEV/SAP/Odoo. Demo-Referenzarchitektur.

Branche
Buchhaltung · 100–500 Rechnungen im Monat
Aufbau, geschätzt
6 Wochen

Auf einen Blick

Es beginnt mit
Vier Einfallstore
Die Maschine übernimmt
9 von 11 Schritten
Beim Menschen bleibt
Unsichere Felder prüfen · Freigabe
Unterm Strich
~440 %Year-1 ROI (Beispielszenario)

Das Problem

Mal ehrlich: Rechnungen verarbeiten will niemand machen. Eine dieser Aufgaben, die existiert, weil Rechnungen reinkommen — nicht weil sie irgendjemandem Spaß macht.

Bei dreißig Mitarbeitern und dreihundert Rechnungen pro Monat ist das die Aufgabe von genau einer Person. Sie öffnet jede PDF, tippt Lieferant und Beträge ab, sucht die passende Bestellung, hetzt zur Freigabe, bucht, legt ab. Zwölf Minuten pro Rechnung, sechzig Stunden im Monat — Zeit, die nichts produziert.

Und dann kommt der Tag, an dem genau diese Person krank wird, kündigt oder zwei Wochen im Urlaub ist. Eingang steht. Skonti weg. Lieferanten rufen an.

Genau das lösen wir hier — nicht in zwölf Monaten Beratung, sondern in sechs Wochen Pipeline.

Beispielszenario: ein Betrieb mit etwa dreißig Mitarbeitern, Personalkosten 35 €/h, Einkaufsvolumen rund 600.000 € pro Monat. Eine einzige Person macht den Rechnungseingang – 300 Rechnungen im Monat, je 12 bis 15 Minuten manuelle Arbeit.

PDF öffnen, Lieferant tippen, Nummer, Datum, Netto, MwSt, Bestellung suchen, zur Freigabe weiterleiten, warten, buchen, ablegen. Macht 60 bis 75 Stunden im Monat, die nichts produzieren. Plus 5 bis 8 Prozent Tippfehler, gelegentlich Doppelzahlungen (Ø 1.500 € pro Fall), regelmäßig verpasste Skontofristen.

Die ungelöste Frage dahinter: Was passiert, wenn diese eine Person krank wird, kündigt oder zwei Wochen im Urlaub ist? Der Eingang stockt, Lieferanten warten, Skontofristen sind weg. Bus-Faktor 1 – das ist das eigentliche Risiko, nicht nur die Stunden.

Eine Inhaberin sitzt abends allein im Büro vor dem Laptop und Papierstapeln und reibt sich die Schläfen.

Szene nachgestellt

Freitag, 18:50

Eine Person kennt den Rechnungseingang. Ab Montag ist sie zwei Wochen im Urlaub.

Bis dahin muss alles gebucht sein, was sonst liegen bleibt. Der Ablauf unten hängt nicht mehr an einer Person.

Video zum Ablauf

So sieht der automatisierte Eingangsrechnungs-Prozess aus

Knapp 10 Minuten von der eingehenden Mail bis zur fertigen Buchung. Inklusive der Frage, die selten gestellt wird – was passiert, wenn die Buchhalterin krank, im Urlaub oder gekündigt ist.

Den ganzen Guide lesen

Der Ablauf, Schritt für Schritt

Scrollen Sie durch. Das Diagramm bleibt stehen und markiert den Schritt, bei dem Sie gerade sind.

Der Ablauf01 / 11
  1. 01

    Vier Einfallstore

    E-Mail / SFTP / Peppol / Portal

    Rechnungen kommen über vier Wege: ein eigenes Postfach (rechnungen@firma.de), Scans per SFTP, Peppol/AS4 für XRechnungen und das regelmäßige Abholen aus Lieferanten-Portalen. Alles läuft in dieselbe Pipeline, es gibt keinen zweiten Weg nebenher.

  2. 02

    Format erkennen

    PDF / ZUGFeRD / XRechnung

    Die Formaterkennung trennt klassische PDFs, ZUGFeRD-PDFs mit eingebettetem XML und reine XRechnungen. Davon hängt ab, ob gelesen oder erkannt werden muss.

  3. 03

    Extraktion

    OCR + LLM / XML-Parse

    Für klassische PDFs erkennt OCR den Text, ein Sprachmodell ordnet die Felder zu, auch wenn jeder Lieferant „Rechnungsnummer“ anders schreibt. ZUGFeRD und XRechnung werden direkt als XML nach EN 16931 gelesen.

  4. 04

    Ein Datenmodell

    invoice.json mit Konfidenz

    Alle drei Wege landen im selben Datenmodell. Jedes Feld trägt einen Konfidenzwert: Wie sicher ist die Maschine bei Betrag, Datum, IBAN?

  5. 05Verzweigung

    Alle Felder sicher?

  6. 06Mensch entscheidet

    Unsichere Felder prüfen

    nur diese, nicht die ganze Rechnung

    Nur die Felder, bei denen die Maschine unsicher ist, landen bei einem Menschen. Er korrigiert sie, statt die ganze Rechnung abzutippen.

  7. 07

    Fünf Checks

    Schema / MwSt / Duplikat / Stammdaten / Sanktionen

    Fünf Prüfungen laufen parallel: Schema nach EN 16931, MwSt-Plausibilität, Duplikat-Hash, Abgleich mit den Stammdaten im ERP und die EU-Sanktionsliste. Doppelte Rechnungen werden hier gestoppt.

  8. 08Verzweigung

    Über 500 €?

  9. 09Mensch entscheidet

    Freigabe

    1 Klick in Slack/Teams, ab 5.000 € Vier-Augen

    Bis 5.000 € gibt der Fachbereich mit einem Klick in Slack oder Teams frei, darüber gilt das Vier-Augen-Prinzip mit der Geschäftsführung. Ist jemand abwesend, geht die Freigabe an die Vertretung; nach 24 Stunden wird eskaliert.

  10. 10

    Buchung

    DATEV / Lexware / SAP / Odoo

    Nach der Freigabe wird gebucht: DATEV, Lexware Office, sevDesk, SAP FI oder Odoo. Die Kostenstelle schlägt die KI aus früheren Buchungen vor.

  11. 11

    GoBD-Archiv

    Hash-Chain, 10 Jahre

    Das Original wird unveränderbar archiviert, mit Hash-Chain und zehn Jahren Aufbewahrung nach GoBD. Der Export für die Prüfung ist ein Klick.

Was sich ändert

Möglicher Aufbau, kein fertiges Produkt

Die Zahlen sind modellierte Zielwerte für einen möglichen Aufbau, abgeleitet aus Branchenwerten und eigenen Tests. Sie stammen nicht aus einem Kundenprojekt, echte Werte hängen von Ihrem Betrieb ab. Wir verkaufen diesen Aufbau nicht als fertiges Produkt: Wir messen, wo Ihr Engpass liegt, und bauen dann mit Ihrem Team. Für zertifizierungspflichtige Systeme (etwa KIS, gematik, DATEV-zertifiziert) arbeiten wir mit spezialisierten Partnern.

Vorher vs. Nachher

AspektVorherNachher
Zeit pro RechnungVorher: 12–15 Min manuellNachher: 1–2 Min Stichproben-Check
Personalstunden / Mt (300 Rg.)Vorher: 60–75 hNachher: 8–10 h Ausnahmen + Stichprobe
Gesamtkosten / MtVorher: ~2.350 €Nachher: ~665 € (inkl. Software & Pflege)
Skonto-NutzungVorher: 30–50 % der RechnungenNachher: > 90 %
Fehlerquote bei ErfassungVorher: 5–8 %Nachher: < 0,5 %
Durchlaufzeit Eingang → BuchungVorher: 8–12 TageNachher: < 2 Tage (Median ~4 h)
Doppelzahlungen / JahrVorher: 2–5 Fälle á ~1.500 €Nachher: 0 (Hash-Duplikatsperre)
Audit-Bereitschaft (GoBD)Vorher: punktuell, 3–5 Tage VorbereitungNachher: permanent, ein Klick Export
Bus-FaktorVorher: 1 Person hält das WissenNachher: Pipeline + Kümmerin (auswechselbar)

Technik

Technologie-Stack

n8nMake.comOpenAI GPT-4 VisionAnthropic ClaudeAzure Document IntelligenceGoogle Cloud VisionLexware Office APIDATEV ConnectSAP FIOdooPeppolPostgreSQLSlack

Integrationen

Systeme, an die dieser Aufbau anschließen kann

DATEV Rechnungswesen / Unternehmen OnlineBuchhaltung
DATEVconnect online für direkten Belegbild-Upload und Buchungsvorschlag, EXTF-CSV als Fallback für Steuerberater-Übergabe.
Lexware Office / sevDeskBuchhaltung (REST-API)
Native Integration über die Lexware-Office- bzw. sevDesk-API. Voucher mit Original-PDF, Kostenstelle und Steuer-Code in einem Schritt.
SAP S/4HANA / Business OneERP
OData- und BAPI-Schnittstellen für Bestellabgleich (Three-Way-Match) und Buchung in SAP FI.
Odoo / Microsoft Business CentralERP
REST/XML-RPC für Odoo, Microsoft Graph für Business Central. Voller Belegfluss, kein manuelles Nachbuchen.
Peppol Access PointE-Rechnung
AS4-Empfang für XRechnung – relevant für öffentliche Aufträge und die B2B-Pflicht ab 2027. Implementiert über Phase4 oder Provider wie ecosio.
Slack / Microsoft TeamsFreigabe
Block Kit (Slack) bzw. Adaptive Cards (Teams) für die Freigabe-Buttons. Stellvertreter-Routing und Eskalation bei Verzögerung.
Azure Document Intelligence / Google Cloud VisionOCR
Texterkennung für klassische PDF- und Scan-Rechnungen. Wahl je nach bestehendem Cloud-Stack.
OpenAI GPT-4 Vision / Anthropic ClaudeKI-Strukturierung
Function-Calling bzw. Tool-Use für die feldgenaue Extraktion mit Konfidenzwert. EU-Endpunkte, Zero Data Retention.

Sicherheit & Compliance

Worauf der Aufbau achtet

GoBD-konforme Archivierung
Original-PDF wird beim Eingang per SHA-256 gehasht und 10 Jahre unveränderbar archiviert. Konform zum BMF-Schreiben vom 28.11.2019 inkl. Verfahrensdokumentation.
DSGVO & EU-Hosting
Verarbeitung in EU-Rechenzentren, AV-Vertrag nach Art. 28 DSGVO. LLM-API-Calls (OpenAI/Anthropic) gehen über EU-Endpunkte mit Zero Data Retention.
Append-only Audit-Log
Jeder Schritt – Eingang, Extraktion, Korrektur, Freigabe, Buchung – wird in einem unveränderbaren Log mit Hash-Chain protokolliert. Bei Audits exportierbar auf Knopfdruck.
IBAN- und Sanktionsliste-Check
Vor jeder Buchung wird die IBAN gegen Schema und Prüfziffer validiert, der Lieferant gegen die EU-Konsolidierte Sanktionsliste geprüft. Verhindert Betrug und Compliance-Findings.

Häufige Fragen

Sweet Spot: zehn bis hundert Mitarbeiter, etwa 100 bis 500 Eingangsrechnungen pro Monat. Das im Showcase gezeigte Beispielszenario (300 Rg/Mt, 30 MA, 600k € Einkaufsvolumen) ist der typische Mittelweg. Bei deutlich kleineren Setups – Solo-Selbständige mit unter 30 Rechnungen – reichen Standard-Tools wie GetMyInvoices zu 29 €/Monat. Bei Konzernen ab 500 MA mit eigenem Procure-to-Pay-Setup ist der Hebel meist schon vorhanden, da komme ich zu spät.
Einen Pauschalpreis nenne ich hier nicht. Was es kostet, hängt vom Buchhaltungs-Stack ab: Eine reine Lexware-Office- oder DATEV-Anbindung mit Texterkennung ist deutlich kleiner als eine SAP-FI-Anbindung mit Three-Way-Match gegen Bestellung und Wareneingang oder ein Peppol-Zugang. Vor einer Entscheidung bekommen Sie eine konkrete Zahl, keinen Tagessatz und kein offenes Ende. Ein Wartungsabo gibt es nicht, die Lösung gehört Ihnen.
Konservativ. 300 Rechnungen × 12 Min = 60 h Personalzeit, davon ~50 h zurück (×35 €/h = ~1.750 €). Skonto-Gewinn: 3 % auf zusätzlich nutzbares Einkaufsvolumen ergibt ~6.000 €/Mt bei 600k € Volumen. Vermiedene Doppelzahlungen: ~440 €/Mt im Schnitt. Software/Cloud (n8n, LLM-API, DMS): ~350 €/Mt. Pflege: ~140 €/Mt. Netto: ~8.050 €/Mt. Auch wenn man den Skonto-Effekt komplett rausrechnet (also nur Personalersparnis + Doppelzahlung – Software/Pflege), bleiben über 2.000 €/Mt netto und Payback unter einem Jahr.
95 bis 99 % bei Standardrechnungen mit lesbaren PDFs. Bei schlechten Scans, handschriftlichen Korrekturen oder ungewöhnlichen Layouts geht die Rechnung in eine kurze Stichproben-Prüfung – Sie sehen den KI-Vorschlag mit Konfidenzwert und bestätigen oder korrigieren mit einem Klick. Aus jeder Korrektur lernt das System für ähnliche Fälle vom selben Lieferanten.
Genau das ist der Punkt. Die Pipeline läuft 24/7 weiter, ohne dass jemand anwesend sein muss. Eingehende Rechnungen werden extrahiert, validiert und – wo möglich – automatisch freigegeben und gebucht. Was eine Freigabe braucht, geht per Slack oder Teams an den Stellvertreter (in einer Postgres-Tabelle hinterlegt, optional Sync mit dem Kalender). Skontofristen werden automatisch überwacht. Wenn die Buchhalterin zurückkommt, ist alles gebucht oder im klar markierten Klärungs-Stapel.
Ja, solange die GoBD-Anforderungen erfüllt sind. Original-PDF wird beim Eingang per SHA-256 gehasht und 10 Jahre revisionssicher archiviert (S3 mit Object Lock oder ein DMS wie d.velop, DocuWare oder Nextcloud mit DSP). Jede Änderung läuft über einen Audit-Log mit Hash-Chain. Eine GoBD-Verfahrensdokumentation gehört zum Lieferumfang – einmal erstellt, vom Steuerberater gegengelesen, bei jedem Audit nutzbar.